Flauschis – und

das Geistige in der Kunst

John Schmitz | Michael Heider

25. November 2020 bis März 2021

Auf den ersten Blick scheinen die Positionen der beiden Künstler sehr verschieden, ja gegensätzlich zu sein. Haben doch die Arbeiten in Material, Ausführung und Farbigkeit wenig gemein. Jedoch auf den zweiten Blick finden sich bei beiden Ungegenständlichkeit – einschließlich einer aktuell kritischen Auseinandersetzung mit dem Konkreten in der Kunst –, das Serielle und eine intensive Beschäftigung mit Textur, Tonalität und Monochromie.

Bei John Schmitz ist das Serielle in jeder Arbeit augenscheinlich, und seine Auseinandersetzung mit Tonalität zeigt sich nicht zuletzt im Arbeitsprozess. Bei Michael Heider verbirgt sich das Serielle in der Machart (Masche), und wie er sagt „Kaum etwas ist serieller als Stricken, als Strickwerk“; Tonalität sowie die Pole Monochromie und Vielfarbigkeit kommen aus seinem Malereiansatz.

Der flapsige Hinweis aufs Geistige in der Kunst versteht sich humorig. Vom Geistigen in der Kunst zu sprechen heißt, den „universellen Weltenbeweger des Idealismus“ (M. Heider) zu verharmlosen, zu verniedlichen und dient am Ende nur dazu, der Kunst ein elitäres Gepräge zu geben.

Die chiemgau-galerie augustin ist mittwochs bis samstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

John Schmitz

John Schmitz

*1969 in München
lebt und arbeitet in Peterskirchen

John Schmitz zeichnet, schreibt, seismographischen Notationen gleich, in verschiedenen Medien. In seinen konzeptionellen Dokumentationen reduziert sich Schmitz auf jeweils Bleistift, Tusche, Pigmentstift. Linien auf Papier ziehend oder in Öl auf Leinwand schreibend, entwickelt er seine eigenständige visuelle Sprache.

Von Fern betrachtet mögen die ungegenständlichen Arbeiten an Landschaften oder Sedimente erinnern, in Nahsicht entfalten die Blätter ihre texturale Qualität.

Michael Heider

Michael Heider

*1956 in Schwaz (Tirol)
lebt und arbeitet in Freilassing und Salzburg

Der Ausgangspunkt der Arbeiten ist ein Konzept erweiterter Malerei. „Flauschis“ ist die liebevolle Bezeichnung für die Serie concrete life is not perfect. Sie basieren auf Entwürfen einfacher Flächengeometrie, die ins reliefartig Räumliche gebracht ist. Beides erzeugt eine spezifische Textur – ein wichtiges Thema für den Künstler.

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